Wir werden immer wieder gefragt, ob wir für die Einrichtung von Webservern oder die Realisierung von Webprojekten fertige Automatismen einsetzen.
Unsere Antwort darauf lautet: Nein – jedenfalls nicht in dem Sinne, dass wir ein vorgefertigtes Schema starten und am Ende ein vermeintlich fertiges System ausliefern.
Das ist keine technische Einschränkung, sondern eine bewusste Entscheidung.
Was wir aufbauen, entsteht aus individueller Denk- und Handarbeit. Wir betrachten die tatsächlichen Anforderungen, wägen technische Möglichkeiten gegeneinander ab und richten das System so ein, dass es zum jeweiligen Kunden, zum Projekt und zu dessen voraussichtlicher Entwicklung passt.
Deshalb ist jede unserer Arbeiten im Ergebnis ein Unikat – aufgebaut auf bewährter Open-Source-Software, aber nicht von der Stange.
Automatisierung setzt Gleichförmigkeit voraus
Automatismen sind besonders effizient, wenn ein Vorgang unter weitgehend gleichen Bedingungen immer wiederholt werden soll. Genau diese Gleichförmigkeit gibt es bei anspruchsvollen Webprojekten und dauerhaft betriebenen Webservern jedoch nur selten.
Zwei Server können auf den ersten Blick dieselben Aufgaben haben und sich dennoch deutlich unterscheiden.
Welche Internetangebote sollen darauf betrieben werden? Wie viele Menschen nutzen sie? Welche Daten werden verarbeitet? Welche Anforderungen bestehen an Sicherheit, Datensicherung, E-Mail, Verfügbarkeit und Wartung? Welche Kenntnisse sind beim Kunden vorhanden? Und wie soll sich das Projekt in den kommenden Jahren entwickeln?
Auch zwei Webseiten auf derselben technischen Grundlage sind nicht automatisch gleich. Inhalte, Arbeitsabläufe, Berechtigungen, Erweiterungen, Zielgruppen und spätere Ausbauwünsche können vollkommen verschieden sein.
Wer diese Unterschiede in ein starres Installationsschema zwingt, spart möglicherweise Zeit bei der ersten Einrichtung. Er schafft aber unter Umständen Einschränkungen, unnötige Komplexität oder spätere Abhängigkeiten.
Deshalb beginnt unsere Arbeit nicht mit einem Installationsautomatismus, sondern mit Fragen.
Open Source ist die Grundlage, nicht die fertige Lösung
Wir arbeiten mit bewährter Open-Source-Software. Dazu gehören unter anderem Debian, Apache, PHP, MariaDB, ISPConfig und Drupal.
Diese Systeme stellen leistungsfähige technische Bausteine bereit. Aus den Bausteinen allein entsteht jedoch noch keine sinnvoll aufgebaute und langfristig betreubare Gesamtlösung.
Entscheidend ist, welche Komponenten für die konkrete Aufgabe benötigt werden, wie sie zusammenspielen und wie sie eingerichtet werden.
Ebenso wichtig ist die Frage, was nicht installiert oder aktiviert werden sollte. Denn jede unnötige Komponente erhöht den Pflegeaufwand, kann Fehler verursachen und vergrößert möglicherweise die Angriffsfläche.
Unsere Leistung besteht daher nicht darin, Software lediglich zu installieren. Sie besteht darin, aus vorhandenen freien Komponenten ein System zu entwickeln, das zu seinem tatsächlichen Einsatzzweck passt.
Erst verstehen, dann entscheiden
Bevor wir ein Webprojekt oder einen Server einrichten, betrachten wir den jeweiligen Zusammenhang. Dabei geht es nicht nur um die aktuelle Aufgabenstellung.
Eine Lösung muss auch im laufenden Betrieb funktionieren, nachvollziehbar bleiben und sich später erweitern lassen.
Viele technische Entscheidungen beeinflussen sich gegenseitig.
Eine bestimmte PHP-Version kann von einer Anwendung vorausgesetzt werden. Die gewählte Datenbankkonfiguration wirkt sich auf Leistung und Stabilität aus. Die Struktur eines Drupal-Projekts entscheidet mit darüber, wie gut es später gepflegt oder erweitert werden kann.
Sicherheitsmaßnahmen dürfen den regulären Betrieb nicht behindern, müssen Angriffe aber zuverlässig erkennen und begrenzen. Datensicherungen sind nur dann sinnvoll, wenn sie vollständig sind und sich im Ernstfall auch wiederherstellen lassen.
Solche Zusammenhänge lassen sich nicht verantwortungsvoll durch eine pauschale Standardinstallation beantworten. Sie müssen für das jeweilige Projekt durchdacht werden.
Handarbeit bedeutet nicht, jedes Mal bei null anzufangen
Individuelle Arbeit bedeutet selbstverständlich nicht, dass wir bei jedem Auftrag sämtliche technischen Grundlagen neu erfinden.
Unsere langjährige Erfahrung, erprobte Vorgehensweisen und wiederkehrende Qualitätsmaßstäbe fließen in jedes Projekt ein.
Wir wissen, welche Konfigurationen sich im Betrieb bewährt haben, wo typische Fehlerquellen liegen und welche scheinbar kleinen Entscheidungen später große Auswirkungen haben können.
Dieses Wissen verwenden wir jedoch nicht als starre Schablone. Wir übertragen es auf die konkrete Situation und prüfen, was dort tatsächlich sinnvoll ist.
Der Unterschied liegt darin, ob Erfahrung eine Entscheidung unterstützt oder ob ein Automatismus die Entscheidung ersetzt.
Individuelle Systeme bleiben nachvollziehbar
Ein speziell angepasstes System darf nicht zu einer undurchschaubaren Sonderkonstruktion werden.
Gerade deshalb achten wir darauf, auf etablierte Standards und verbreitete Open-Source-Komponenten zu setzen. Individuell sind die Auswahl, die Abstimmung und die Konfiguration – nicht eine künstliche technische Abhängigkeit von uns.
Unsere Kunden sollen ein System erhalten, dessen Aufbau begründbar ist. Jede wesentliche Komponente soll einen Zweck erfüllen.
Änderungen sollen nicht nur kurzfristig funktionieren, sondern auch in ihrer Auswirkung auf das Gesamtsystem betrachtet werden.
Das ist für uns ein wichtiger Teil nachhaltiger Administration: Ein Server oder Webprojekt ist mit der ersten Inbetriebnahme nicht abgeschlossen. Es muss aktualisiert, überwacht, gesichert und an neue Anforderungen angepasst werden können.
Qualität entsteht nicht auf Knopfdruck
Eine weitgehend automatisierte Bereitstellung kann schneller sein. Geschwindigkeit allein ist für uns jedoch kein ausreichender Qualitätsmaßstab.
Entscheidend ist, ob das Ergebnis zur Aufgabe passt und sich im täglichen Betrieb bewährt.
Individuelle Denk- und Handarbeit benötigt Zeit. Sie kann dafür vermeiden, dass ungeeignete Vorgaben, unnötige Funktionen oder unbemerkte Schwachstellen in ein Projekt übernommen werden.
Sie ermöglicht außerdem, Besonderheiten frühzeitig zu erkennen, anstatt sie erst dann zu berücksichtigen, wenn sie im laufenden Betrieb Probleme verursachen.
Wir verkaufen deshalb keine standardisierte Installation mit ausgetauschtem Domainnamen und verändertem Erscheinungsbild.
Wir entwickeln und betreuen technische Lösungen für konkrete Menschen, Unternehmen, Vereine und Projekte.
Jedes Projekt ist ein Unikat
Wenn wir gefragt werden, ob wir Automatismen für unsere Serverinstallationen besitzen, ist unser begründetes Nein daher zugleich eine Beschreibung unserer Arbeitsweise.
Wir automatisieren nicht den Kundenwunsch weg. Wir hören zu, analysieren, entscheiden und setzen um.
Bewährte Open-Source-Software bildet dafür das Fundament. Was daraus entsteht, wird jedoch individuell geplant und aufeinander abgestimmt.
So gleicht kein Webprojekt vollständig einem anderen und keine Servereinrichtung ist lediglich die Kopie der vorherigen.
Jedes Ergebnis trägt die Anforderungen seines Einsatzgebietes und die Erfahrungen aus seiner Entstehung in sich.
Streng genommen ist deshalb jede unserer Arbeiten ein Unikat.